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Was ist zu beachten bei einem Umzug als Sozialhilfeempfänger

Wenn das Amt einen Umzug in eine kleinere und preisgünstigere Wohnung vom Sozialhilfeempfänger fordert, müssen die Umzugskosten auch von dieser Stelle in voller Höhe übernommen werden. Ebenfalls besteht ein Anspruch auf Umzugsgeld, wenn ein neuer Arbeitsplatz ansteht, der eine Gesamtfahrtzeit von 2,5 Stunden hin und zurück überschreitet. Selbst bei einem berufsbedingten Wechsel ins Ausland können die Kosten übernommen werden, maximal jedoch bis 4.500 Euro.

In welchen Fällen zahlt das Amt?

Bevor das Sozialamt die Kosten bewilligt muss in allen Fällen eine Notwendigkeit, eine Notlage oder ein triftiger Grund vorliegen. Das kann beispielweise sein:

  • Die Wohnung wurde seitens des Vermieters gekündigt
  • Die Wohnung ist durch Brand oder Hochwasser unbewohnbar geworden
  • Durch Familienzuwachs wird ein größerer Wohnraum benötigt
  • Es liegt Schimmelbefall vor, der die Gesundheit beeinträchtigt
  • Im Falle einer Scheidung, wenn ein Sozialhilfebedürftiger ausziehen muss
  • Der Sozialhilfeempfänger hat eine Arbeitsstelle gefunden, die jedoch in unzumutbarer Entfernung liegt

In allen Fällen muss die entsprechende Situation in der Regel durch schriftliche Dokumente nachgewiesen werden. Bei gesundheitlichen Argumenten kann dies ein Attest vom Arzt sein, das Kündigungsschreiben des Vermieters oder der neue Arbeitsvertrag.

Eine Klärung im Vorfeld ist immer ratsam

In Einzelfällen wird durch das Amt ein Sachbearbeiter geschickt, der sich vor Ort von den Umständen persönlich überzeugt. Es wird immer individuell geprüft, ob das Sozialamt das Umzugsgeld bewilligen kann, so dass eine pauschale Aussage für eine Zu- oder Absage hier nicht möglich ist.

Wenn ein Familienmitglied in einer Bedarfsgemeinschaft noch keine 25 Jahre alt ist und sein Elternhaus verlassen will, hat er keinen Anspruch auf eine finanzielle Unterstützung seitens des Amtes. Nur wenn eine Schwangerschaft vorliegt oder der Betroffene eine Berufsausbildung an einem anderen Ort bekommen kann, bildet das eine Ausnahmeregelung. Eine besondere Ausnahmesituation stellt auch ein total zerrüttetes Eltern-Kind-Verhältnis dar, welches ein Zusammenleben unzumutbar macht.

Grundsätzlich gilt auch, dass der Sozialhilfeempfänger die entsprechende Zahl der Quadratmeter und auch den Preis der neuen Wohnung berücksichtigen muss, der je nach Bundesland unterschiedlich sein kann. Deshalb ist es immer zu empfehlen, sich vorher beim zuständigen Sozialamt zu erkundigen und den Sachverhalt zu klären, um späteren Ärger und Kosten zu vermeiden. Nur so kann ein Umzug dann auch reibungslos von statten gehen. Die einzelnen Leistungsmerkmale, die übernommen werden, können auch vorher erfragt werden. In der Regel sind das die Transportkosten, die Kosten für Helfer und für Kartons. Auch ein Zuschuss für die Erstausstattung der neuen Wohnung für Tapeten, Bodenbeläge und Farben kann beim Amt beantragt werden.

Bild: Petra Bork / pixelio.de